An den Engel der Nacht,
der Dunkelheit in Finsternis verwandelt,
ich bitte dich, ein kleines Licht mir zu erhalten,
damit ich dich erkenne wenn du vor mir stehst.

An den Engel der Leiden,
der aus meinen Schmerzen Qualen macht,
ich bitte dich, eine kleine Nadel mir zu geben,
damit ich mich stechen kann wenn du nicht bei mir bist.

An den Engel der Trauer,
der aus Wasser tausend Tränen macht,
ich bitte dich, einen ewig Regen mir zu schenken,
auf dass ich an dich denk wenn ich das Haus verlass.

An den Engel der Worte,
der mit lieblich Stimm so schmerzend Dinge sagt,
ich bitte dich, in meine Träume mir zu folgen,
damit ich dich noch höre wenn ich schlaf´.

An den Engel meines Herzens,
der, in zwei Teil gebrochen, es bewahrt
ich bitte dich, den einen Teil mir doch zu geben,
damit ich seh, dass es noch schlägt.

Dir, mein Engel, widme ich dies klein Gedicht,
ich weiß es selbst, es fehlt der Reim,
doch auch ohne ihn, so frag ich dich:
Bist du denn glücklich, so allein?